Nicole Widmer

Literaturvermittlerin & Projektleiterin Bern liest und hört

Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Politikwissenschaften in Bern und Zürich, mit Auslandsemestern in Wien und Mumbai, war ich als Sprachlehrerin im In- und Ausland tätig. Als Gymnasiallehrerin für Deutsch und Englisch bin ich mit Jugendlichen im Austausch über Literatur und Gesellschaft, als ausgebildete Kulturmanagerin interessiert mich die Vermittlung – analog und digital – von Literatur im öffentlichen Raum.

Mein aktuelles Projekt:

Bern liest und hört: Meine weisse Stadt und ich. Das Bernbuch von Vincent O. Carter.

Die Bernbuch - Podcasts

Wer liest was?

Bern liest und hört:

Die Bernbuch - Podcasts in der
Kornhausbibliothek Bern
vom 14. August bis 23. September 2023

Vincent O. Carter:
The Bern Book -
A voyage of the mind

Als Vincent O. Carter 1953 in Bern ankam, hatte er nicht vor, länger als für einen Besuch bei Freunden in der Bundesstadt zu bleiben. Der Afro-Amerikaner aus Kansas City, Missouri, wollte sich in Europa als Schriftsteller niederlassen. Bern sollte nur Zwischenstation sein.  Aber es kam anders. Vincent O. Carter blieb und beschenkte die Stadt Bern mit seinem «Bern Book». Die literarisch vielfältigen Aufzeichnungen eines aufmerksamen Zeitgenossen könnten heute, 65 Jahre nach der Niederschrift, aktueller nicht sein.

Foto: Carter 1959 © Peter Kräuchi

Setzen Sie Ihre Kopfhörer auf oder ein, scannen Sie einen der QR-Codes auf den Tischen der Bibliothek und begeben Sie sich auf eine Reise durch Bern und die Schweiz in den 50er Jahren. 16 Menschen haben dem afroamerikanischen Autor ihre Stimme geliehen und einen Ausschnitt aus «Meine weisse Stadt und ich. Das Bernbuch» gelesen.

Erfahren Sie, was es damals hiess und auch heute noch heisst, als Fremder in Bern ein Zimmer zu suchen, welche Magie ein Konzert im Casino versprühen kann, was Vincent O. Carter am Berner Bahnhof zu hören bekam oder ihm im Tram begegnete.

Die Podcasts zwischen 5 und 15 Minuten erzählen von den Erfahrungen und Gedanken eines Schriftstellers, der nicht aufhörte, nach dem zu suchen, was uns Menschen alle verbindet.

 

Foto Vincent O. Carter © Staatsarchiv des Kantons Bern, FN Baumann / Fotos Rendez-vous, Bern Book, Bücher © Nicole Widmer

Meine weisse Stadt und ich. Das Bernbuch - ein langer weg

Am 25. Oktober 1957 schloss Vincent O. Carter die Aufzeichnungen seiner Erfahrungen in Bern ab. Die Suche nach einem Verlag für The Bern Book. A Record of a Voyage of the Mind gestaltete sich schwierig. Vincent O. Carters subjektiver Umgang mit Alltagsrassimus entsprach nicht den Erwartungen an African-American Writing der damaligen Zeit.  Erst 1973 wurde das Bern Book bei John Day/New York veröffentlicht. Aber weder in den USA noch in der Schweiz fand das Buch grossen Anklang. Erst ein halbes Jahrhundert später, im Herbst 2021, erschien die erste deutsche Ausgabe unter dem Titel  Meine weisse Stadt und ich. Das Bernbuch im Limmat Verlag. Seither erfahren Autor und Bernbuch vielseitige Aufmerksamkeit. Abgesehen von den Podcasts im Rahmen von Bern liest und hört bringt das Stadttheater Bern das Bernbuch seit Januar 2023 auf die Bühne. Das Bernbuch ist in der Stadt angekommen.                                                    

Unterstützt von
Ein persönliches Merci an...

Liselotte Haas, Katharina Altas, Katrin Frauchiger, Federico Falzon, Nelly Fonjé,    Franz Gasser, Dominik Kaufmann, Tabea Kaufmann, Stephanie Leuenberger,  Christoph Steier, Philipp Theisohn, Larissa Waibel, Genet Zegay,  Felicitas Zürcher, Eveline und  Roland Zürcher.

Fachstelle für Migrations- und Rassismusfragen Stadt Bern

Simon Meyer, Postproduktion der Lesungen